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Selbst in Tierpraxen, die sich vermehrt mit der Behandlung von kleinen Heim- und Zootieren, Vögeln, Reptilien und Exoten befassen, gehört er noch eher zu den seltenen Patienten, doch der Vormarsch des kleinen afrikanischen Weiss-Bauch-Igels als ganz äussergewöhnliches Haustier ist unübersehbar.
Die Wild-Form dieser drolligen Igel lebt in den Steppen und Savannen von Zentral- und Ost-Afrika. Es sind nachtaktive Tiere, die auf ihrer Nahrungssuche beträchtliche Strecken zurücklegen. Diese Igel sind wie auch der Europäische Igel Einzelgänger mit eigenen Territorien. Männchen und Weibchen "treffen" sich nur zur Paarungszeit. Diese flinken und äusserst aktiven kleinen Jäger, die sogar erstaunlich klettern und geschickt schwimmen können, ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Würmer, Schnecken und kleinen Schlangen. Typisches äusseres Merkmal der Igel sind natürlich die aus Keratin bestehenden Stacheln, die individuell im Abstand von bis zu 18 Monaten regelmässig "gewechselt" werden. Auf weitere anatomische Besonderheiten soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Die Afrikanischen Igel sind sog. polyoestrische Tiere und können in der Gefangenschaft das ganze Jahr hindurch Jungtiere bekommen. Die Tragzeit dauert 34-37 Tage. Die Igelwelpen werden nackt geboren mit geschlossenen Augen und Ohren. Die zur Geburtszeit noch weichen und eng am Körper anliegenden Stacheln sind anfangs weiss und werden schon bald durch dunkle ersetzt.
Bei den Igeln sind der Geruchssinn und das Gehör besonders gut entwickelt, deutlich weniger ausgeprägt ist das Sehvermögen. Bezüglich Intelligenz sind die Afrikanischen Igel keine "Überflieger" und werden deutlich hinter anderen Carnivoren oder den kleinen Nagern plaziert. Wer sich einen solchen kleinen Igel als Hausgenossen und Heimtier anschaffen möchte, sollte sich dies sehr gut und reiflich überlegen und sich über Fütterung und Haltung genau und umfänglich informieren.
Wie erwähnt sind Igel gewöhnlich Einzelgänger. Mit Einsetzen der Geschlechtsreife reagieren sie agressiv gegenüber Artgenossen, nur zur Paarungszeit suchen die Männchen die Begegnung mit den Weibchen.
Da Igel einen ausgeprägten Bewegungstrieb haben, müssen der Käfig oder das Gehege grosszügig bemessen sein, mindestens jedoch eine Grösse von 0.8x1.0 m aufweisen. Als Bewohner von heissen, trockenen Klimaten wird eine Umgebungstemperatur von 24-29 Grad Celsius bei niedriger Luftfeuchtigkeit (unter 40%) empfohlen. Als Einstreu für im Haus gehaltene Afrikanische Igel empfiehlt sich pflanzliches Material, wie man es für Katzenkisten verwendet. Ganz wichtiger Einrichtungsgegenstand in einem Igel-Gehege ist eine Versteckmöglichkeit. Die Igel sind nicht sehr wählerisch, sondern akzeptieren Holzboxen und Kartonschachteln ebenso wie Blumentöpfe oder Plastikbehälter. Die Nahrung sollte unbedingt vielfältig, ausgewogen und bezüglich Vitaminen und Mineralstoffen/ Spurenelementen ausgeglichen sein. Vor Überfütterung wird aber dringend gewarnt!
Die Afrikanischen Igel lassen sich sehr gut mit sog. "Lightfutter" für Katzen ernähren, sollten jedoch nicht ganz auf natürliche Ernährung mit den verschiedenen Insekten wie Mehlwürmer, Regenwürmer, Wachsmaden ect. verzichten müssen. Als Ergänzung eignen sich auch Eiweissquellen wie gekochtes Ei, Cottage-Cheese oder leicht gekochtes Fleisch. Aber auch Früchte (Banane, Apfel oder Beeren) oder Gemüse (gekochte Bohnen, Tomaten oder Möhren) werden gerne von den kleinen Igeln genommen (als Rohfaser wichtig!) Täglich frisches Wasser (keine Milch!) ist selbstverständlich. Futterwechsel sollten stets nur sehr vorsichtig vorgenommen werden, da die Tiere sonst mit Magen-Darm-Störungen reagieren.
Beim Kauf oder bei der Übernahme eines Afrikanischen Igels sollte man den Gesundheitszustand des Tieres gut und genau kontrollieren lassen.
Zu den üblichen oder häufig anzutreffenden Erkrankungen gehören Zahnerkrankungen, gelegendlich bei älteren Tieren auch Tumore der Maulhöhle, abnormal wachsende Krallen, Befall der Haut mit Milben oder Pilzen, Augenentzündungen (v.a. Hornhaut-Geschwüre), bakterielle Infektionen der Atem-oder Harnwege, Magen-Darm-Parasiten oder auch in beträchtlichem Masse Tumore der Haut oder des lymphatischen Systems. Als für den Menschen bedrohliche Erkrankungen sind lediglich der Salmonellenbefall, der ganz gelegentlich vorkommen kann, anzusehen oder Igel, die starken Pilzbefall aufweisen. Es wird empfolen, die Tiere einmal jährlich zu einem Gesundheits-Check-up beim Tierarzt vorzustellen, um auch die für den Halter nicht direkt offensichtlichen Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
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